Über den ELMC

Der European Law Moot Court (ELMC) ist ein internationaler und äußerst renommierter Wettbewerb, an dem jährlich Studierende von ca. 100 Universitäten aus aller Welt teilnehmen. Die Teilnehmer bearbeiten in Teams einen fiktiven europarechtlichen Fall im Rahmen eines simulierten Gerichtsverfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof. Das Finale findet in Luxemburg am Gerichtshof vor dessen Richtern und Generalanwälten statt. Der Wettbewerb wird auf Englisch und Französisch ausgetragen.

Der ELMC gliedert sich in zwei Phasen:

Schriftliche Phase (September bis November)

In den ersten drei Monaten des Wettbewerbs von September bis November verfassen die Teilnehmer auf Basis eines fiktiven europarechtlichen Falles einen jeweils 15-seitigen Schriftsatz für die Kläger- und die Beklagtenseite. Die rechtliche Analyse der komplexen Fragestellungen, die Recherche und Auswertung der englischen und französischen Quellen sowie überzeugendes und eloquentes Argumentieren in einer Fremdsprache fordern die juristischen und kreativen Fähigkeiten der Teilnehmer heraus und setzen eine hohe Einsatzbereitschaft und guten Teamgeist voraus.

Mündliche Phase (Januar bis März/April)

Die besten 48 Teams der schriftlichen Phase qualifizieren sich für die mündliche Phase und dürfen zu einem der vier Regional Finals reisen, die jedes Jahr an unterschiedlichen Orten auf der ganzen Welt stattfinden (unter anderem z.B. Lund, Istanbul, Dublin, Zagreb, New York). Dort treten sie gegen elf andere Teams in mündlichen Verhandlungen vor einer Richterbank – bestehend aus Kommissionsvertretern, Mitarbeitern des Gerichtshofs, Professoren, Richtern und Rechtsanwälten – an. Die Plädoyers werden auf Englisch und Französisch vorgetragen und können jederzeit durch Nachfragen der Richter unterbrochen werden. Die Sieger aus den Regional Finals qualifizieren sich für das All European Final vor dem EuGH in Luxemburg.

Die mündlichen Verhandlungen stellen das Herzstück des Wettbewerbs dar. Zur Vorbereitung erwartet das Mannheimer Team ein intensives Coaching. Plädieren, Auftreten, Rhetorik, souveränes Reagieren auf die Nachfragen der Richter, Eingehen auf die Argumente der Gegenseite – all dies wird durch das intensive Plädiertraining eingeübt. Dazu gehören z.B. ein Kameratraining und Probeverhandlungen, u.a. in renommierten Kanzleien und gegen andere deutsche und europäische Teams.

Warum teilnehmen?

Die Teilnahme am ELMC bietet ergänzend zur universitären Ausbildung die Möglichkeit, zum ersten Mal anwaltlich zu arbeiten und die Rechtsanwendung in der Praxis zu erleben. Durch das Verfassen der Schriftsätze und das Führen mündlicher Verhandlungen erwerben die Teilnehmer fundiertes (examensrelevantes) Wissen im Europarecht und vertiefen gleichzeitig ihre Kenntnisse der englischen und französischen Rechtssprache. Sie lernen, in einer Fremdsprache vor einer sachkundigen Jury professionell und überzeugend aufzutreten und mit Rückfragen souverän umzugehen. Fähigkeiten, die einen guten Anwalt auszeichnen – aber auch bereits in der mündlichen Prüfung im Staatsexamen sehr hilfreich sein können.

Die Reisen zu Probeverhandlungen, zum Regional Final und ggf. zum All European Final bieten die Gelegenheit, interessante Kontakte zu Mitarbeitern der europäischen Institutionen, zu Richtern, Rechtsanwälten und Studierenden aus aller Welt zu knüpfen. Ganz nach dem Motto des Wettbewerbs: moot, meet and compete.

Die Teilnahme am ELMC erfordert viel Einsatzbereitschaft  und Leidenschaft von den Studierenden. Gleichzeitig bietet sie jedoch eine unvergleichliche Erfahrung, wertet den Lebenslauf deutlich auf und macht nicht zuletzt großen Spaß.

Teilnahmegebühren und Reisekosten werden vom Lehrstuhl und von Sponsoren getragen. Für die Teilnahme kann gem. § 22 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 JAPrO ein Freisemester beantragt werden.