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Foto: Benjamin Blum

Ablauf

Der European Law Moot Court (ELMC) ist ein internationaler und äußerst renommierter Wettbewerb, an dem jährlich Studierende von circa 100 Universitäten aus aller Welt teilnehmen. Die Teilnehmenden bearbeiten in Teams einen fiktiven europarechtlichen Fall in einem simulierten Gerichts­verfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof. Das Finale findet in Luxemburg am Gerichtshof vor dessen Richterinnen und Richtern sowie Generalanwältinnen und Generalanwälten statt. Der Wettbewerb wird auf Englisch und Französisch ausgetragen. Die Teilnahmegebühren und Reisekosten werden vom Lehr­stuhl und von Sponsoren getragen. Für die Teilnahme kann gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 JAPrO ein Freisemester beantragt werden.

Warum teilnehmen?

Die Teilnahme am ELMC bietet ergänzend zur universitären Ausbildung die Möglichkeit, zum ersten Mal anwaltlich zu arbeiten und die Rechts­anwendung in der Praxis zu erleben. Durch das Verfassen der Schriftsätze und das Führen mündlicher Verhandlungen erwerben die Teilnehmenden fundiertes (examensrelevantes) Wissen im Europarecht und vertiefen gleichzeitig ihre Kenntnisse der englischen und französischen Rechts­sprache. Sie lernen, in einer Fremdsprache vor einer sachkundigen Jury professionell und überzeugend aufzutreten und mit Rückfragen souverän umzugehen. Fähigkeiten, die einen guten Anwalt auszeichnen – die aber auch bereits in der mündlichen Prüfung im Staats­examen sehr hilfreich sein können.
Die Reisen zu Probeverhandlungen, zum Regional Final und gegebenenfalls zum All European Final bieten die Gelegenheit, interessante Kontakte zu Mitarbeitern der europäischen Institutionen, zu Richtern, Rechts­anwälten und Studierenden aus aller Welt zu knüpfen. Ganz nach dem Motto des Wettbewerbs: „moot, meet and compete.“ 
Die Teilnahme am ELMC erfordert viel Einsatzbereitschaft  und Leidenschaft von den Studierenden. Gleichzeitig bietet sie jedoch eine unvergleichliche Erfahrung, wertet den Lebenslauf deutlich auf und macht nicht zuletzt großen Spaß.

Der Wettbewerb gliedert sich in eine mündliche Phase, die von September bis November dauert, und in eine schriftliche Phase, die im Januar beginnt und im März oder April endet: 

  • Schriftliche Phase

    In den ersten drei Monaten des Wettbewerbs von September bis November verfassen die Teilnehmenden auf Basis eines fiktiven europarechtlichen Falles einen jeweils 15-seitigen Schriftsatz für die Kläger- und die Beklagtenseite. Die rechtliche Analyse der komplexen Fragestellungen, die Recherche und Auswertung der englischen und französischen Quellen sowie überzeugendes und eloquentes Argumentieren in einer Fremdsprache fordern die juristischen und kreativen Fähigkeiten der Teilnehmer heraus und setzen eine hohe Einsatzbereitschaft und guten Teamgeist voraus.

  • Mündliche Phase

    Die besten 48 Teams der schriftlichen Phase qualifizieren sich für die mündliche Phase und dürfen zu einem der vier Regional Finals reisen, die jedes Jahr an unterschiedlichen Orten auf der ganzen Welt stattfinden. In der Vergangenheit wurden sie zum Beispiel in Lund, Istanbul, Dublin, Zagreb und New York veranstaltet. Bei den Regional Finals treten die Teilnehmenden gegen elf andere Teams in mündlichen Verhandlungen vor eine Richterbank an – bestehend aus Kommissionsvertreterinnen und –vertretern, Beschäftigten des Gerichtshofs, Professorinnen und Professoren, Richterinnen und Richtern sowie Rechts­anwältinnen und Rechts­anwälten. Die Plädoyers werden auf Englisch und Französisch vorgetragen und können jederzeit durch Nachfragen der Richterinnen und Richter unterbrochen werden. Die Sieger aus den Regional Finals qualifizieren sich für das All European Final vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg.
    Die mündlichen Verhandlungen stellen das Herzstück des Wettbewerbs dar. Zur Vorbereitung erwartet das Mannheimer Team ein intensives Coaching. Plädieren, Auftreten, Rhetorik, souveränes Reagieren auf die Nachfragen der Richter, Eingehen auf die Argumente der Gegenseite – all dies wird durch das intensive Plädoyertraining eingeübt. Dazu gehören zum Beispiel ein Kameratraining und Probeverhandlungen, unter anderem in renommierten Kanzleien und gegen andere deutsche und europäische Teams.