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Drittmittel­projekte

Die nachfolgende Liste beschränkt sich auf die wesentlichen und rein forschungs­bezogenen Drittmittel­projekte des Lehr­stuhls.

Laufende Drittmittel­projekte

  • SEEM („Soziale und Ethisch-rechtliche Herausforderungen menschlicher Embryo-Modelle unter spezieller Berücksichtigung Deutschlands im internationalen Kontext“) (BMFTR)
    Projektleitung: Herr Prof. Dr. Thorsten Moos, Lehr­stuhl für Systematische Theologie (Ethik), Universität Heidelberg

Das Verbund­projekt SEEM („Soziale und Ethisch-rechtliche Herausforderungen menschlicher Embryo-Modelle unter spezieller Berücksichtigung Deutschlands im internationalen Kontext“) ist ein Vorhaben der Universitäten Heidelberg und Mannheim. Die Universität Mannheim trägt zu dem Verbund­projekt in Form des Teil­projekts 3 bei, welches die rechts­wissenschaft­lichen Fragestellungen unter­sucht.

Humane stammzell­basierte Embryo­modelle (hSCBEMs) sind einer der vielversprechendsten neuen Forschungs­ansätze in den modernen Lebens­wissenschaften. Er verspricht neue Er­kenntnisse sowohl über die Embryonal­entwicklung als auch Fortschritte im Bereich der Fortpflanzungs­medizin und des Gewebe- bzw. Organersatzes.

Angesichts des restriktiven Embryonen- und Stammzellschutzes in Deutschland bergen gerade die rechtlichen Aspekte von Embryo­modellen große Herausforderungen. Fraglich ist, wie sich Embryo­modelle in den bestehenden gesetzlichen und verfassungs­rechtlichen Rahmen einfügen. Hierbei gilt es für das Verständnis und die Bewertung von Embryo­modellen zentrale Fragen zu klären: Haben diese das Potential, sich zu Menschen zu entwickeln? Und wenn ja, ist es möglich und zulässig, ihr Entwicklungs­potential zu manipulieren oder zu beschränken? Welche Rechts­grundlagen gelten in Bezug auf die verschiedenen Arten von Embryo­modellen und bestehen insoweit Regelungs­lücken oder unangemessene Forschungs­hemmnisse? Und wie werden aus rechts­vergleich­ender Sicht Embryo­modelle in anderen Ländern (z. B. Großbritannien und Israel) behandelt.

Insgesamt soll das Projekt aus rechts­wissenschaft­licher Sicht konkrete Empfehlungen hinsichtlich der Terminologie, Verwendung und Regulierung von Embryo­modellen erarbeiten. Adressaten dieser Empfehlungen sind in erster Linie der Gesetzgeber, die Wissenschaft und Forschungs­einrichtungen.

Abgeschlossene Drittmittel­projekte

  • COMPASS-ELSI 2.0 (DFG)

Die Forschungs­schwerpunkte des Projekts „Comparative Assessment of Genome and Epigenome Editing in Medicine: Ethical, Legal and Social Implications 2.0“ (COMPASS-ELSI 2.0) knüpfen an die Ergebnisse des COMPASS-ELSI 1.0-Projekts an und setzen sich mit neuen rechtlichen und ethischen Fragen auseinander, die sich aus den Forschungs­arbeiten der ersten Förderperiode ergeben haben. Eines der zentralen Ergebnisse des bisherigen gentechnologischen Vergleiches war, dass die Epigenom-Editierung exklusive therapeutische Interventions­möglichkeiten in der Medizin eröffnen und teilweise eine weniger invasive und risikoärmere Therapiealternative im Vergleich zur Genom-Editierung darstellen könnte.

Unter Berücksichtigung grundrechtlicher Wertentscheidungen und verfassungs­rechtlicher Leitplanken soll im Rahmen von COMPASS-ELSI 2.0 deshalb zunächst der Krankheits­begriff im Hinblick auf therapeutische und nicht-therapeutische Anwendungs­szenarien der Editierungs­verfahren rechtlich evaluiert und gegebenenfalls neu justiert werden. Daneben sollen bereits bestehende Regulierungs­empfehlungen zu Editierungs­verfahren kritisch evaluiert und gegebenenfalls modifiziert werden.

  • COMPASS-ELSI 1.0 (DFG)

Die technischen Fortschritte der CRISPR/Cas-Technologie ermöglichen Eingriffe in das menschliche Genom in einem noch nie dagewesenen Maße. Diese Eingriffe können sowohl auf genetischer als auch auf epigenetischer Ebene erfolgen. Sie werfen eine Vielzahl an ethischen und rechtlichen Fragen auf, welche im Rahmen des Projekts „Comparative Assessment of Genome and Epigenome Editing in Medicine: Ethical, Legal and Social Implications“ (COMPASS-ELSI) interdisziplinär analysiert werden.

  • Digilog (Land BW)

Im Rahmen des interdisziplinären Projekts „Digitalisierung im Dialog“ (digilog@bw) identifizieren Wissenschaft­ler verschiedener Institutionen (gesis, IDS, IWM, IZEW, KIT, Universität Mannheim, Universität Tübingen, ZEW, ZKM) die Herausforderungen der Digitalisierung und versuchen, hierauf interdisziplinäre Antworten zu finden. Im Rahmen verschiedener Formate wie Ausstellungen, Workshops etc. wird dabei auch der regelmäßige Austausch mit der Öffentlichkeit gesucht.

  • Graduiertenkolleg „Privatheit“ (DFG)

Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg „Privatheit“ setzte sich zum Ziel, tradierte Konzepte des Privaten zu rekonstruieren, Erscheinungs­formen des Privaten zu analysieren, die Wirkung gesellschaft­licher und technologischer Entwicklungs­prozesse auf das Konzept der Privatheit zu unter­suchen und für eine mögliche Neuakzentuierung nutzbar zu machen. Der erste Förderungs­zeitraum (2011–2016) widmete sich der Theorie der Privatheit; der anschließende Förderungs­zeitraum (2016–2021) dem Thema „Privatheit und Digitalisierung“. Ralf Müller-Terpitz gehörte zu den antragstellenden Mitgliedern des Graduiertenkollegs und war seit seinem Wechsel von der Universität Passau an die Universität Mannheim im Jahre 2013 assoziiertes Mitglied.

  • ForDigital (Land BW)

Die regionale sowie interdisziplinäre Forschungs­allianz „Digitalisierung:  Trans­formation sozio-ökonomischer Prozesse“ (ForDigital) setzte sich zum Ziel, die Aus­wirkungen der Digitalisierung auf Wirtschaft, Gesellschaft und Individuen zu veranschaulichen und verständlich zu machen. Hierzu erarbeiteten Wissenschaft­ler verschiedener Forschungs­standorte (Universität Mannheim, KIT sowie assoziierte Forschungs­einrichtungen [gesis, FIZ Karlsruhe, Fraunhofer IOSB, FZI, ZEW und ZI) und Disziplinen gemeinsame Publikationen, Drittmittelanträge und Veranstaltungen oder unter­stützten den wissenschaft­lichen Nachwuchs in Gestalt von Promotions­vorhaben.

Projektleitung: Frau Prof. Dr. Dr. Eva Winkler, NCT Heidelberg und Prof. Dr. Ralf Müller-Terpitz, Lehr­stuhl für Öffentliches Recht, Recht der Wirtschafts­regulierung und Medien Universität Mannheim

Das Ziel von NEW_LIVES ist die Beurteilung von genomischen Neugeborenen-Screening-Programmen in Hinblick auf rechtliche Implikationen, Werte, Ethik und Gesellschaft. Das Neugeborenen-Screening dient dazu, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln und so Leben zu retten. Gegenwärtig werden Neugeborene in Deutschland auf 19 Krankheiten ge-screent. Durch Fortschritte in genomischer und genetischer Forschung gibt es heutzutage die Möglichkeit, viele weitere Krankheiten und Risiken für Krankheiten sowie Anlageträgerschaften durch Unter­suchungen festzustellen. Die Einführung einer Genomanalyse in das Neugeborenen-Screening ist jedoch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden: medizinisch, aber auch ethisch, rechtlich, gesellschaft­lich und psychologisch. Dabei spielen vor allem das Wohl des Kindes, der Familie und die öffentliche Gesundheit eine Rolle. Das Projekt wird vom BMBF auf eine Dauer von drei Jahren mit insgesamt ca. 1,2 Millionen Euro gefördert. In Teil­projekt 1 der Universität Heidelberg sind die Bereiche Trans­lationale Medizinethik, Medizinische Psychologie, Humangenetik sowie Kinder- und Jugendmedizin beteiligt. Teil­projekt 2 der Universität Mannheim befasst sich mit dem rechtlichen Rahmen.