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Wahl­bereich Versicherungs­recht

Das Versicherungs­wesen ermöglicht es, wirtschaft­liche Risiken gegen eine Prämienzahlung auf den Versicherer zu übertragen. Diese Möglichkeit ist Voraussetzung für die meisten Regeln des Haftungs- und Schadensrechts. Die wirtschaft­liche Bedeutung des Versicherungs­rechts zeigt die Anzahl der bestehenden Versicherungs­verhältnisse (ca. 430 Mio.).

Das Privat­versicherungs­recht, mit dem sich der Wahl­bereich Versicherungs­recht an der Universität Mannheim beschäftigt, ruht auf vier Säulen:

  • dem Versicherungs­vertragsrecht,
  • dem Versicherungs­aufsichtsrecht,
  • dem Versicherungs­unternehmens­recht und
  • dem internationalen und europäischen Privat­versicherungs­recht.

Abzugrenzen ist das Privat­versicherungs­recht vom Sozial­versicherungs­recht. Das Sozial­versicherungs­recht regelt Versicherungs­verhältnisse, die kraft Gesetzes zwischen Versicherten und Sozial­versicherungs­trägern bestehen (z.B. gesetzliche Krankenkassen). Diese sind nicht Gegenstand des Curriculums. Das Privat­versicherungs­recht ist ein besonders vielseitiges Kerngebiet des Wirtschafts­rechts. Es entfaltet nicht nur ständige Wechselwirkungen mit dem allgemeinen Privatrecht und anderen Teil­bereichen des Wirtschafts­rechts, sondern weist auch starke interdisziplinäre Bezüge zur Versicherungs­betriebs­lehre und zur Versicherungs­mathematik auf. Die Universität Mannheim geht diesen im Institut für Versicherungs­wissenschaft nach.

Vorlesung: Privat­versicherungs­recht I

Die Vorlesung „Privat­versicherungs­recht I“ hat das Versicherungs­vertragsrecht zum Gegenstand. Das Versicherungs­vertragsrecht enthält die schuldrechtlichen Regelungen für Versicherungs­verträge. Es umfasst auch das Recht der Versicherungs­vermittlung. Zentrale Rechts­quelle ist das Gesetz über den Versicherungs­vertrag (VVG). Das VVG von 1908 ist durch das am 01.01.2008 in Kraft getretene Gesetz zur Reform des Versicherungs­vertragsrechts erstmals grundlegend reformiert worden. Die Vorlesung konzentriert sich auf den Allgemeinen Teil des Versicherungs­vertragsrechts und die Bezüge zum Bürgerlichen Recht. Anhand ausgewählter Beispiel aus den Bereichen Kranken-, Lebens- und Schadens­versicherung werden auch typische Problemkreise des Besonderen Versicherungs­vertragsrechts beleuchtet.

Vorlesung: Privat­versicherungs­recht II

Die Vorlesung „Privat­versicherungs­recht II“ ist den übrigen drei Säulen des Privat­versicherungs­rechts gewidmet, dem Versicherungs­aufsichtsrecht, dem Versicherungs­wirtschafts­recht und dem internationalen/europäischem Privat­versicherungs­recht. Das Versicherungs­aufsichtsrecht befasst sich mit der behördlichen Kontrolle von Versicherungs­unternehmen. Es ist in erster Linie im Versicherungs­aufsichtsgesetz (VAG) geregelt. Unter der Überschrift des Versicherungs­wirtschafts­rechts sollen einerseits die Normen betrachtet werden, die sich mit der Gründung und Organisation von Versicherungs­unternehmen befassen (Versicherungs­unternehmens­recht), andererseits die besonderen Wettbewerbsregeln für die Versicherungs­wirtschaft (Versicherungs­lauterkeits­recht). Das internationale/europäische Privat­versicherungs­recht behandelt Fragen des IPR und des europäischen Einheitsrechts (PEICL) der Versicherungs­verträge.

Seminare/Karriere­chance Versicherungs­recht

Regelmäßige Seminare zu aktuellen Themen des Privat­versicherungs­rechts runden das Curriculum ab und geben Gelegenheit zur Vertiefung des Vorlesungs­stoffes. Die Veranstaltungs­reihe „Karriere­chance Versicherungs­recht“ ermöglicht es interessierten Studierenden, vorlesungs­begleitend Einblicke in die Praxis des Versicherungs­juristen als Anwalt, in einem Versicherungs­unternehmen, bei der Versicherungs­aufsicht und bei Gericht zu gewinnen.